Seit mehreren Jahren spende ich unregelmäßig Blut. Dort muss man vor jeder Spende seinen Blutdruck messen lassen. Dieser war bei fast jedem Besuch leicht erhöht. Irgendwann empfiehl mir der Arzt, dies mal untersuchen zu lassen. Erst einmal kaufte ich mir bei DM ein Blutdruckmessgerät für 20 Euro. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass mein Blutdruck leicht erhöht. Ich, nicht einmal 30 Jahre alt, sportlich, gesunde Ernährung, habe einen erhöhten Blutdruck. Na super! Nach einigen Gesprächen mit der Hausärztin wurde mir ein Blutdrucksenker verschrieben. Seitdem Messe ich regelmäßig meinen Blutdruck, um diesen im Blick zu behalten. Anfang 2023 stieg ich dann auf ein hochwertigeres Gerät von Withings um, das BPM Connect. Nach 3 Monaten im Einsatz berichte ich hier über meine Erfahrungen.

Ich möchte in diesem Artikel erst einmal allgemein auf das Thema eingehen. Im zweiten Teil, werde ich mich dann auf das BPM Connect und den Vergleich zum 20 Euro Gerät von Medisana (gekauft bei DM) fokussieren. Solltest du dich im Bereit Blutdruckmessung schon auskennen, kannst du direkt zur zweiten Hälfte scrollen.

Was ist ein Blutdruckmessgerät?

Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und kann Aufschluss über mögliche gesundheitliche Probleme geben. Blutdruckmessgeräte können entweder elektronisch (meist bei privater Nutzung) oder manuell (oft beim Arzt) betrieben werden und bestehen in der Regel aus einer Manschette, die um den Oberarm oder das Handgelenk gelegt wird, sowie einem Messgerät, das den Blutdruckwert anzeigt. Die Manschette wird aufgeblasen und dann langsam wieder abgelassen, während der Blutdruckwert gemessen wird. Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben: dem systolischen Blutdruck (der höhere Wert) und dem diastolischen Blutdruck (der niedrigere Wert). Ein normales Blutdruckniveau liegt in der Regel bei einem systolischen Wert von unter 120 mmHg und einem diastolischen Wert von 80 mmHg. Die regelmäßige Überwachung des Blutdrucks mit einem Blutdruckmessgerät kann dazu beitragen, mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Empfohlene Werte für einen gesunden Blutdruck

Es gibt eine in Deutschland wissenschaftlich anerkannte Einteilung von Blutdruck-Stufen. Das RKI nennt auf seiner Website die folgenden Stufen:

Blutdruckkategorie Systolischer Wert (mmHg) Diastolischer Wert (mmHg)
Optimal < 120 < 80
Normal 120 – 129 80 – 84
Hochnormal 130 – 139 85 – 89
Hypertonie Grad 1 140 – 159 90 – 99
Hypertonie Grad 2 160 – 179 100 – 109
Hypertonie Grad 3 ≥ 180 ≥ 110

SBD = Systolischer Blutdruck | DBD = Diastolischer Blutdruck Quelle: RKI

Bewegt sich dein Blutdruck also um die 120, dann ist alles gut. Geht es in Richtung 140, wird es kritisch. Man spricht dann von Bluthochdruck, in Fachsprache Hypertonie. Ab 140 fängt man meist mit Medikamenten an.

In Amerika herrscht übrigens ein anderer Konsens. Dort wird ein systolischer Wert von über 130 bereits als kritisch angesehen.

Was kann man gegen Blutdruck tun?

Die Empfehlung ist im Prinzip einfach: Lebe gesund!

  • Kein Alkohol
  • Nicht rauchen
  • Gesunde Ernährung
  • Regelmäßig Sport treiben
  • Weniger Salz
  • Stress vermeiden
  • Übergewicht vermeiden

Wird vom Arzt Bluthochdruck festgestellt, wird in der Regel erst einmal empfohlen den gesünderen Lebensstil umzusetzen. Oft reicht das bereits, um den Blutdruck wieder in normale Bahnen zu lenken.

Niedriger Blutdruck durch gesunde Lebensweise

Allerdings gibt es auch Personen, die nichts für ihren erhöhten Blutdruck können. So kann dieser genetisch vererbbar sein. Es gibt auch bestimmte Gene, die in Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck sehen. Allerdings ist der Einfluss laut aktueller Studien nicht allzu hoch.

Auf jeden Fall solltest du zu deinem Hausarzt gehen oder zu einem Experten in diesem Gebiet. Im Internet gibt es auch einige Foren zum Thema Bluthochdruck, dort gibt es zum Beispiel auch extra Suchmasken, um Expertinnen in diesem Bereich zu finden.

Blutdruck bei jungen, schlanken Männern

Ich mache mehrmals die Woche Sport. Ich gehe laufen, fahre Fahrrad, gehe ins Fitnessstudio, spiele Fußball. Ich koche fast jeden Tag selbst und achte auf meine Ernährung. Ich beschäftige mich intensiv damit, welchen Einfluss Nahrung hat. Ich rauche nicht und trinke vielleicht einmal im Monat ein Glas Bier. Betrunken war ich schon ewig nicht mehr. Auf meinen Salzkonsum versuche ich zu achten. Stress, ja ich bin ein gestresster Mensch. 6 von 7 Tipps halte ich ein, auch am Stressgefühl versuche ich zu arbeiten. Trotzdem ist mein Blutdruck zu hoch gewesen. Wenn man im Internet Suchbegriffe wie „jung, sportlich, Bluthochdruck“ eingibt, stellt man schnell fest, dass es mehrere Studien und Artikel zu diesem Thema gibt. Ein gesunder und sportlicher Lebensstil ist also nicht immer ein Garant dafür, mit einem perfekten Blutdruck durchs Leben zu gehen.

Gefahr von Bluthochdruck

Bluthochdruck ist ein leiser Killer. Starker Bluthochdruck kann sich deutlich bemerkbar machen. Aber ein Wert von 140 zu 80 fällt nicht unbedingt auf. Jedoch erhöht er mit jedem Jahr die Wahrscheinlichkeit an einer Herzkrankheit zu sterben. Hier ist eine unvollständige Auflistung von Folgen durch jahrelangen Bluthochdruck:

  • Herzkrankheiten wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod.
  • Schlaganfall
  • Nierenversagen
  • Netzhautschäden
  • Gedächtnisprobleme: und Demenz

 

Arten von Blutdruckmessgeräten

Oberarm-Blutdruckmessgeräte:

Oberarm-Blutdruckmessgeräte werden am Oberarm angelegt und messen den Blutdruck mit Hilfe einer Manschette, die aufgepumpt und wieder entleert wird. Sie gelten als die genaueste Art der Blutdruckmessung und werden daher häufig in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen oder Krankenhäusern eingesetzt. Es gibt aber auch viele Modelle für den Hausgebrauch, die einfach zu bedienen sind und eine genaue Messung ermöglichen.

Handgelenk-Blutdruckmessgeräte:

Handgelenk-Blutdruckmessgeräte werden um das Handgelenk getragen und messen den Blutdruck ähnlich wie Oberarm-Blutdruckmessgeräte. Sie sind jedoch weniger genau als Oberarmgeräte und können durch Bewegungen der Hand und des Handgelenks beeinflusst werden. Sie werden nicht so häufig in medizinischen Einrichtungen eingesetzt, sondern eher für die häusliche Anwendung empfohlen, insbesondere für Personen, die aufgrund von Armverletzungen Schwierigkeiten bei der Anwendung von Oberarmgeräten haben.

Finger-Blutdruckmessgeräte:

Finger-Blutdruckmessgeräte sind die kleinste Art von Blutdruckmessgeräten und werden um den Finger gelegt. Sie messen den Blutdruck, indem sie den Blutfluss durch den Finger messen. Diese Geräte gelten als die ungenauesten, da sie von vielen Faktoren beeinflusst werden können, z. B. von der Position des Fingers, der Raumtemperatur oder den Armbewegungen während der Messung. Aus diesem Grund werden sie von medizinischem Fachpersonal selten empfohlen. Sie sollten nur als Notfallgerät oder als Ergänzung zu anderen Blutdruckmessgeräten verwendet werden.

Das Oberarm-Blutdruckmessgerät gilt als die genaueste Art der Blutdruckmessung und wird daher oft in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen oder Krankenhäusern eingesetzt.

Es gibt Blutdruckmessgeräte in einer groben Preisspanne von 20 bis 200 Euro. Je nach Funktion, Design und Marke unterscheiden sie sich. Allerdings solltest du auf eine Sache achten, um die Ergebnisse auch ernsthaft nutzen zu können. Achte darauf, dass das Gerät klinisch getestet wurde. Klinisch getestet bedeutet, dass ein Medizinprodukt oder eine medizinische Behandlung in einer kontrollierten Studie an Patienten oder Probanden getestet wurde, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit zu bewerten. Diese Studien werden in der Regel von Medizinern und Zulassungsbehörden durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Produkt oder die Behandlung den Standards entspricht und für die Anwendung am Menschen geeignet ist.

Wie funktionieren Blutdruckmessgeräte?

Blutdruckmessgeräte funktionieren durch die Messung des Blutdrucks in einer Arterie. Dabei wird eine Manschette um den Arm oder das Handgelenk angelegt und aufgepumpt, um den Blutfluss in der Arterie vorübergehend zu stoppen. Anschließend wird die Manschette langsam abgelassen, während ein Sensor in der Manschette den Druck in der Arterie misst.

Systolischer und diastolischer Blutdruck

Der systolische Blutdruck ist der höhere Wert, der den Druck in den Arterien während der Kontraktion des Herzens (Systole) widerspiegelt. Der diastolische Blutdruck ist der niedrigere Wert, der den Druck in den Arterien während der Entspannung des Herzens (Diastole) widerspiegelt. Zusammen geben sie den Blutdruck an, der als systolisch/diastolisch in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) ausgedrückt wird. Zum Beispiel wäre ein Blutdruck von 120/80 mmHg ein systolischer Druck von 120 mmHg und ein diastolischer Druck von 80 mmHg.

Wie misst man den Blutdruck mit einem Blutdruckmessgerät?

Beim Messen des Blutdrucks kann man einiges falsch machen. Zunächst einmal ist es wichtig, dass man den Blutdruck „in einer ruhigen Phase“ misst. Man sollte im Idealfall bereits einige Minuten entspannt sitzen. Dann bindet man sich die Manschette um, hält die Manschette auf Herzhöhe und startet den Messvorgang. Beim Messen kann es auch mal zu Abweichungen kommen. Deshalb sollte man im Idealfall mindestens 2 Messungen im Abstand von wenigen Minuten durchführen. Einige Geräte haben diese Funktion bereits implementiert. Eine genaue Erklärung findest du zum Beispiel auf der Website der Herzstiftung.

Ich persönlich bevorzuge die Zeit vor dem Schlafen gehen. In der Regel lege ich mich ein paar Minuten ins Bett und lese etwas. Wenn ich zur Ruhe gekommen bin, setze ich mich auf die Bettkante und starte den Messvorgang.

Wann sollte man den Blutdruckmessen & wie oft?

Der Blutdruck kann je nach Tageszeit schwanken. Der circadiane Rhythmus verändert automatisch Blutdruck über den Tag hinweg. Deshalb sollte der Blutdruck im Idealfall zu verschiedenen Tageszeiten gemessen werden, zum Beispiel morgens und abends. Daraus ergibt sich auch die Empfehlung von 2-3 Messungen am Tag.

Ich weiß, wie schwer ist, jeden Tag mehrmals den Blutdruck zu messen. Vor allem, wenn man die Idealbedingungen einhalten will und nicht zwischen Frühstück und Arbeit oder zwischen zwei Meetings den Blutdruck messen will. Deshalb mein Alltags-Tipp. Miss einfach einmal am Tag, aber jeden Tag zu einer anderen Uhrzeit. So hast du über einen längeren Zeitraum hinweg ebenfalls einen guten Einblick über deine Blutdruckwerte.

Worauf sollte man beim Kauf eines Blutdruckmessgeräts achten?

Das einzige Kriterium, das wichtig ist, die klinische Überprüfung des Gerätes. Das Medisana Oberarm-Blutdruckmessgerät A55, welches ich zuerst benutzt habe, ist zumindest laut dm.de nicht klinisch getestet. Alle weiteren Kriterien hängen von deinem persönlichen Empfinden ab.

Mir zum Beispiel ist es wichtig, dass die Werte automatisch auf meinem Smartphone – am besten direkt in Apple Health – gespeichert werden. Zu Beginn hatte ich die Werte manuell in einer App eingetragen, was mich genervt hat.

Ein weiteres Kriterium ist die Größe des Gerätes. Wer oft auf Reisen ist, der möchte ein platzsparendes Blutdruckmessgerät.

Auch die Handhabung unterscheidet sich. Es wurde bereits erwähnt, weshalb es die Handgelenkmessung gibt. Einige Personen haben Probleme, die Manschette an ihrem Oberarm zu befestigen. Ich merke auch einen Unterschied in der Handhabung zwischen dem Medisana-Gerät und dem Withings-Gerät. Spoiler: Medisana hat hier die Nase vorn.

Erstes Fazit zu Blutdruckmessgeräten

Als Neuling auf diesem Gebiet, solltest du jetzt den ersten Sprung ins Blutdruck-Wasser geschafft haben. Du weißt:

  • was der Blutdruck ist
  • wie der ideale Wert sein sollte
  • was man gegen erhöhten Blutdruck (meistens) tun kann
  • welche Folgen Blutdruck hat
  • wie man den Blutdruck richtig misst
  • was man beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes beachten sollte

Dieses Wissen sollte dir helfen, meine Einschätzung zum Withings BPM Connect und zum Gerät zum Medisana besser beurteilen zu können.

Vorstellung des BPM Connect Blutdruckmessgeräts von Withings

Das BPM Connect ist eines von zwei Blutdruckmessgeräten aus dem Hause Withings. Withings gehört seit vielen Jahren zu den bekannten Marken im Bereich Gesundheitsgeräte. Insbesondere durch die Withings Waage ist die Marke bekannt geworden. Das BPM Core ist das Premium-Modell, welches neben dem Messen des Blutdrucks zusätzlich über ein digitales Stethoskop und eine EKG-Funktion verfügt. Währen das BPM Connect einen UVP von 130€ angibt, liegt dieser beim Core bei 250€.

Withings BPM Connect - So sieht das Kontrollgerät aus

Funktionen und Eigenschaften des BPM Connect

Das BPM Connect ist ein Oberarm-Blutdruckmessgerät, welches klinisch getestet wurde und somit Ergebnisse produziert, die wissenschaftlich nutzbar sind. Das Messgerät ist vergleichsweise klein und lässt sich gut verstauen, z.B. im Nachtschrank oder in der Reisetasche. Die Bedingung ist kinderleicht, es gibt lediglich einen Knopf. Mit einem Klick startet der Vorgang. Ein längerer Druck auf den Knopf führt zu einem Wechsel der Messart (1 Messung vs 3 Messungen).

Der wichtigste USP dieses Blutdruckmessgerätes ist die Wlan-Funktion. Vor der ersten Nutzung muss das Gerät mit der Withings Health App verbunden werden. Von da an gibt es eine voll automatisierte Synchronisierung zwischen dem BPM Connect und dem Smartphone. Das Smartphone muss also während der Messung nicht in der Nähe sein. Du kannst jederzeit und überall deinen Blutdruck messen. Sobald eine Wlan-Verbindung hergestellt ist, stellt das BPM Connect die Daten bereit. Sobald die Smartphone App gestartet wird, findet eine schnelle Synchronisation statt und die Daten sind auf dem Smartphone.

Wer möchte, kann die Withings Health App zusätzlich mit Apple Health verbinden. Diese Funktion finde ich besonders toll, da viele verschiedene Geräte und Apps von mir Daten in Apple Health einspeisen. Nun habe ich auch dauerhaft Daten zu meinem Blutdruck in Apple Health. Das macht mich in Zukunft auch unabhängiger von Withings. Zudem können so andere Apps auf die Daten zugreifen. Die Funktion läuft einwandfrei. In drei Monaten konnte ich nicht einmal Probleme feststellen. Durch die digitale Erfassung können die Daten auch kinderleicht mit dem Arzt oder der Ärztin geteilt werden.

Als letzter Punkt sei der Akku genannt. Der Akku hält laut Withings bis zu 6 Monate. Ein Ladekabel sollte also auch während längerer Reisen nicht notwendig sein.

Withings BPM Connect im eingerollten Zustand

Batterie-Dauer des BPM Connect

Auf die Batterie möchte gesondert eingehen. Erst einmal ist es super, dass bei solch einem kleinen Gerät der Akku bis zu 6 Monate hält. Das BPM Connect hat keine riesige „Station“, die genügend Platz für große Batterien oder einen großen Akku bietet. Es ist ungefähr so groß wie eine lange Zigarettenschachtel. Allerdings beziehen sich die 6 Monate wohl eher auf ein Nutzungsverhalten, dass nicht von einer täglichen Nutzung ausgeht. Ich habe die letzten 3 Monate das BPM Connect fast jeden Tag benutzt. Aktuell ist der Akku bei 33%. Er hat also pro Monat ca. 22% verbraucht. Somit kommt ein Ladezyklus wohl auf ungefähr 4,5 Monate. Was 1,5 Monate weniger sind als angegeben. Ich bin gespannt, wie viele Jahre der Akku diese Leistung aushalten wird.

Mir persönlich würde es auch ausreichen, wenn ich das Gerät alle 3-4 Wochen aufladen muss. Somit würde es fast jeden Urlaub und jede Reise ohne Ladegerät überleben. Ob es nun 4,5 Monate oder 6 Monate sind, ist eigentlich egal. Je länger jedoch die Ausgangsleistung ist, desto länger sollte der Akku auch eine ausreichende Kapazität behalten.

Das BPM Connect hat zudem KEIN USB-C, was ich im Jahr 2023 (und auch 2022) ziemlich veraltet finde. Mittlerweile sollten alle Elektrogeräte im höherpreisigen Segment auf USB-C umgestellt haben.

BPM Connect für mehrere Nutzer

Ja, auch das geht. Ich selbst nutze es nur für mich alleine, allerdings bietet Withings diese Funktion. Und das ist nicht bei allen Top-Geräten der Fall. Bei den Waagen kann Withings die Messung sogar relativ einfach automatisiert zuordnen. Wenn du 80 Kilo wiegst, dein Partner allerdings nur 70, dann kann die Waage das leicht zuordnen. Beim Blutdruck sollte es aber im besten Fall – vor allem mit Einnahme von Medikamenten – keine großen Unterschiede geben. Eine Zuordnung per Algorithmus ist also schwer. Deshalb muss die Zuordnung manuell stattfinden. Besonders cool gelöst ist die Umsetzung. Man muss nicht erst die App gehen, sondern kann direkt auf dem Gerät – direkt nach der Messung – den Nutzer auswählen. Bei mir steht dort einfach immer Fabian. Mit einem Klick auf den Knopf kann man zwischen den Profilen wechseln. Hier erklärt Withings den Prozess einmal im Detail: https://support.withings.com/hc/de/articles/360006597497-BPM-Connect-Ein-Messwert-zuordnen

Handhabung & Manschette

Die Handhabung war für mich zu Beginn ein bisschen problematisch. Das Anbringen ging mit dem 20 Euro Gerät einfacher. Doch nach spätestens 2 Wochen hat auch das super geklappt. Nur mit einer Sache hadere ich bis heute. Und zwar hat das BPM Connect ein Design-Funktions-Problem. Bei vielen Blutdruckmessgeräten gibt es eine Station. Von der Station führt ein Schlauch zur Manschette. Die Manschette kann man komplett um den Arm legen und um sich selbst drehen. Das BPM Connect ist an der Manschette befestigt. Somit kann man die Manschette nicht einfach komplett um das Gerät wickeln, weil man sonst den Knopf nicht mehr drücken kann. Ausnahme bilden Menschen mit großen Oberarmen. Dies führt bei mir dazu, dass ich die Manschette, nachdem ich sie fest angezogen habe, immer knicken muss, damit ich das Gerät bedienen kann. Im Bild & Video ist es besser zu erkennen. Mit Worten ist es schwer zu erklären.

Ich verstehe hier total das Problem der Designer. Man möchte das Gerät für möglichst viele Leute zugänglich machen und das Gerät soll möglichst klein sein. Hier hätte man aber zum Beispiel 2 Varianten anbieten können.

Vergleich mit dem Medisana Oberarm-Blutdruckmessgerät A55 von DM

Das Medisana A55 ist ein Einsteigergerät, welches man ganz einfach bei DM für 20 Euro kaufen kann. Ich hatte dieses Gerät über 1 Jahr im Einsatz. Das A55 hat im
über 100 Bewertungen und im Schnitt 4,7 von 5 Sternen. Allerdings gibt es auch einige negative Bewertungen
BPM Connect und Medisana A55 Blutdruckmessgerät

Messgenauigkeit der beiden Geräte

Die wichtigste Funktion ist die Messgenauigkeit. Was bringt es mir, wenn alle Messergebnisse automatisch auf meinem Smartphone gespeichert werden, wenn diese falsch sind? Das Medisana A55 misst in meinen Augen ganz ok. Es hilft einem auf jeden Fall dabei, eine Hypertonie zu erkennen. Wenn das Medisana dir jeden Abend einen Blutdruck von über 140 anzeigt, dann ist das ein Indiz dafür, dass du mal zum Arzt gehen solltest.

Allerdings hat mir da Gerät auch Bauchschmerzen bereitet. Zwei Messungen innerhalb von kurzer Zeit führten oft zu vollkommen unterschiedlichen Ergebnissen. Das größte Problem sehe ich allerdings im Verhalten des Medisana A55 Blutdruckmessgerätes. Das Gerät hat bei jeder zweiten bis dritten Messung den Druck auf den Arm nachträglich erhöht. Es wurde also Luft in die Manschette geblasen, welche dann langsam abgelassen wurde und plötzlich wurde der Druck wieder stark erhöht. Oft so doll, dass mir der Arm schon geschmerzt hat. Meinem Gefühl nach führten diese Messungen oft automatisch zu höheren Ergebnissen.

Dieses Verhalten habe ich beim Withings BPM Connect ganz selten. Ich würde sagen, dass passiert so alle 2-3 Wochen einmal. Außerdem schmerzt dabei nicht der Arm, man spürt nur, dass der Druck noch einmal ansteigt.

Ich habe einige Tage parallel gemessen. Das ist an sich nicht 100% korrekt, da nach einer Messung die Werte niemals gleich sein werden, allerdings hatte ich nach einer Woche das Gefühl, dass die Werte vom Medisana-Gerät immer leicht höher sind. Welcher Wert nun der Richtige ist, weiß ich natürlich nicht. Und natürlich wünscht man sich beim Blutdruck fast immer, dass der niedrigere Wert der korrekte Wert ist. Da das BPM Connect klinisch getestet wurde, gehe ich davon aus, dass die Werte genauer sind.

Während der Arbeiten an diesem Artikel habe ich noch einmal eine Testmessung durchgeführt, im Abstand von ca. 60 Sekunden. Das Withings (1. Messung) kam auf einen systolischen Wert von 113, dass Medisana (2. Messung) auf einen systolischen Wert von 137. Das sind schon sehr starke Unterschiede.

Lautstärke

Die Messungen beim Medisana A55 sind relativ laut. Eine Messung mit meiner Apple Watch ergibt eine Lautstärke von bis zu 65 Dezibel. Das BPM Connect hingegen kommt auf maximal 54 Dezibel. Die Lautstärke des BPM Connect ist deutlich angenehmer und leiser, allerdings ist es nicht lautlos. Ich würde das Gerät nicht starten, wenn neben mir jemand schläft. Es gibt wohl auf dem Markt ein paar Geräte, bei denen man kaum etwas hört. Wem das wichtig ist, der ist bei beiden Geräten falsch.

Die Lautstärke beim Medisana A55 kommt vor allem durch laute Piepgeräusche zustande, nicht durch das Aufpumpen der Manschette.

Nutzung

Das Umlegen der Manschette beim Medisana gefällt mir deutlich besser. Die Form des Withings führt zu einer etwas schlechteren Handhabung. Allerdings passiert es beim Withings Blutdruckmessgerät nicht mehr, dass sich unbemerkt der Schlauch lockert – oder sogar abfällt – und somit die Messergebnisse verfälscht.

Fazit zu Blutdruckmessgeräten und zum Withings BPM Connect

Jeder Mensch sollte regelmäßig seinen Blutdruck kontrollieren. Wer weiß, dass sein Blutdruck in Ordnung ist, für den sollte ein günstiges Gerät wie das von Medisana eine super Lösung sein. Es ist zwar nicht klinisch getestet, aber vollkommen ausreichend, um erste Anzeichen für Bluthochdruck zu erkennen.

Das Withings BPM Connect gehört mit einem Preis von 120 Euro sicherlich zu den teureren Geräten auf dem Markt. Allerdings bietet es neben einer klinisch getesteten Messgenauigkeit auch viele komfortable Funktionen, wie das kompakte Design und die Wlan-Funktion.

Es gibt auch viele Geräte, die klinisch getestet wurden und um die 50 bis 80 Euro kosten. Diese bieten dann weniger Funktionen an und verzichten zum Beispiel auf eine automatische Synchronisierung. Hier musst du dir im Klaren sein, welche Funktionen am Ende für dich am wichtigsten sind.

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