Von Rollenklischees habe ich noch nie viel gehalten. Ich selbst erfülle wenige Klischees, die den Stempel “Typisch Mann” tragen. Zum Beispiel braucht sich meine Schuhsammlung nicht vor der meiner Freundin zu verstecken. Schuhe können ein komplettes Outfit beeinflussen. Doch meine Straßenschuhe unterscheiden sich von meinen Laufschuhen. Zu meinen Laufschuhen habe ich eine ganz besondere Verbindung.

Ich sehe öfter Läufer*innen auf Instagram, die eine ganze Sammlung an Laufschuhen haben. Bei mir beschränkt sich die Sammlung auf 2 Paar. Wobei ich 90 Prozent meiner Läufe mit meinen geliebten adidas adizero Prime Boost absolviere. Ich höre immer wieder, dass man sein Paar nach 500 bis 1.000 Kilometern austauschen soll. Ich höre auch oft, dass man die Schuhe oft wechseln soll, weil dies besser für den Körper sei.

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder Knieprobleme. Ich habe mehrere Laufschuhe ausprobiert, doch die Probleme kamen immer wieder. In dieser Zeit der Frustration schenkte mir ein guter Kumpel das Buch “Born to Run”. In diesem Buch geht es um die Tarahumara, ein Volk, dass bekannt ist für ausgiebig lange Läufe und wenig Verletzungen. Das von der modernen Zivilisation größtenteils abgeschottete Volk läuft dabei mit einer Art Sandalen. 

Inspiriert vom Buch habe ich mich vermehrt mit Barfußlaufen auseinandergesetzt. Am Ende habe ich mich gegen Barfußlaufschuhe entschieden, aber für einen Schuh mit wenig Dämpfung. So landete ich bei meinem adizero Prime Boost. Zudem fokussierte ich mich auf einen Vorderfußlauf. Einen konsequenten Vorderfußlauf mache ich mittlerweile nicht mehr, aber ich laufe nicht mehr so stark auf den Hacken, wie früher.

Tatsächlich konnte ich mit diesen Schuhen meine Knieprobleme überwinden. Ob die Schuhe der Grund sind, weiß ich nicht, aber meine Angst war zu groß, andere Schuhe zu nutzen. Aus diesem Grund bin ich überwiegend mit demselben Paar Laufschuhen gelaufen.

Ich weiß nicht mehr, wann ich die adizero Prime gekauft habe, aber ich vermute, dass es mindestens drei Jahre her ist. Allein in Strava sind über 2.500 Kilometer dokumentiert, sicherlich bin ich aber um die 3.000 Kilometer mit diesen Schuhen gelaufen.

Doch irgendwann war auch mir klar, dass ich mal ein neues Paar benötige. Auch wenn die Schuhe immer noch top sind. Keine Löcher, Sohle ist noch nicht abgefallen. Ich habe mir selbst versprochen, neue Schuhe zu kaufen, wenn ich das 1.000 Kilometer Ziel in 2021 erreicht habe. Nun hat es noch 70 weitere Kilometer gebraucht, um mir das Geschenk zu besorgen.

Leider, leider gibt es dieses Modell nicht mehr. Auch die Nachfolger sehen komplett anders aus. Ich wollte auf jeden Fall wieder einen adidas Schuh. Am Ende habe ich mich für den Adidas adizero Adios 6 entschieden. Dank einem Mitarbeiterrabatt habe ich diese auch noch zu einem Top Preis bekommen. Hier muss ich einmal den Online Shop von adidas loben. Die Bestellung lief einwandfrei. Vor allem der Umtausch ist super organisiert. Ich hatte, trotz guter Informationslage auf der Website, eine zu kleine Größe bestellt und musste die Schuhe noch einmal tauschen. 

Nun habe ich meine ersten zwei, drei Läufe mit den neuen Schuhen absolviert. Normalerweise freue ich mich über einen neuen Schuh. Mit dem alten Paar habe ich aber so viele Kilometer absolviert, so viele Gedanken gedacht, so viele neue Musikalben gehört. Die Schuhe waren in San Francisco, auf Rügen, am Gardasee, in München und an ganz vielen anderen Orten.

Bisher gefallen mir die neuen Schuhe aber ganz gut. Leider komme ich wieder mit dem zweiten Zeh etwas gegen die Spitze, sodass ich mein Zeh-Kondom wieder überziehen muss. Beim nächsten Mal muss ich wohl noch eine halbe Nummer größer bestellen. Ich bin gespannt, ob auch dieses Paar so viele Kilometer mit mir absolviert.

Auf Wiedersehen liebe Prime Boost! Hallo liebe adios 6.